Veganer sollten sich weniger um Tiere sorgen

Je weniger Tierzucht wir benötigen, desto besser. Es ist ethisch richtig, kein oder weniger Fleisch und Milchprodukte zu essen. Aber warum nochmal? Welches ethische Leitbild ist das Wichtige? Das Leiden von Zuchttieren ist das prominenteste Argument zugunsten von veganer Ernährung. Es ist außerdem das Argument, das uns in eine Sackgasse führt.

Die forschesten Veganer, die auffälligsten veganen Kampagnen sind die, die den Tierschutz in den Mittelpunkt stellen. Das ist ein einfacher Weg, Konsumenten aus ihren Routinen wachzurütteln. Außerdem ist es lobenswert, Leid vermeiden zu wollen. Dummerweise ziehen sie die Aufmerksamkeit auf das falsche Leiden.

Viehzucht verbraucht Unmengen an Trinkwasser. Entweder um Tiere zu tränken oder um ihr Futter zu wässern. Wir könnten viel mehr Nahrungsmittel für Menschen produzieren, wenn wir kein Viehfutter anbauen würden. Jedes Steak und jeder Käse, den wir reichen Menschen essen, raubt armen Menschen ihre Ernährungsgrundlage.

Anstatt sich damit zu beschäftigen, schieben Veganer den Tierschutz vor. Jeder, der wegen der Tiere zum Veganer wird, unterstützt auch die humanitäre Sache. Aber was ist mit den Menschen, die sich auf den Tierschutz konzentrieren ohne Veganer zu werden? Die werden sich für eine bessere Behandlung von Tieren in der Viehzucht einsetzen. Was den Verbrauch von Ressourcen dramatisch erhöht.

Ein Beispiel: Normalerweise werden männliche Küken früh getötet, weil sie keine Eier legen werden. Letztes Jahr verkündte Alnatura Deutschland, sie würden die männlichen Küken nun am Leben lassen. Sie teilten auch mit, dass diese sogenannten "Bruderküken" doppelt so lang leben würden wie konventionelle Masthähnchen. Damit verdoppelt sich auch der Verbrauch von Wasser und Futter im Namen der tierischen Geschlechtergerechtigkeit. Ernsthaft?

 

Natürlich sollen Viehzüchter vermeiden, dass ihre Tiere leiden. Aber das ist keine Lösung für das menschliche Leiden, das wir mit Fleisch- und Milchprodukten verursachen. Menschen hungern, kämpfen um Land und Wasser oder flüchten aus ihrer Heimat deswegen. Diese Probleme müssen wichtiger sein als glückliche Bruderküken.

 

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